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13/3–18/4/2020

Schwebende Linien

Joannis Avramidis, Gunter Damisch,
Christine de Pauli, Uwe Hauenfels,
Roman Pfeffer, Birgit Zinner

Vernissage Abgesagt!
Kuratorinnen Theresia Hauenfels und Iris Stöckl



Ausgehend von den abstrakten Malereien der Klagenfurter Künstlerin Christine de Pauli setzen fünf skulpturale Positionen graphische Elemente der Bilder im Raum fort. Der gestische Zeichenduktus wandelt sich dabei von den lyrischen Sequenzen der zweidimensionalen Oberfläche zu Körpern aus Materialien wie MDF, Stahl oder Aluminium und das Formenrepertoire der Malerin wird assoziativ Werken von KollegInnen gegenübergestellt.

Bei Gunter Damisch stehen die verdichteten Strukturen, die sich ähnlich dem Modell eines Atoms um einen – unsichtbaren – Kern zu drehen scheinen, als kugelförmige Entitäten durch ihren linearen Aufbau für Transparenz und trotz der Ausführung in Metall für Leichtigkeit. Zugleich erinnern sie aufgrund der biomorphen Struktur an Fundstücke aus der Natur.

Aus der Vielfalt der oftmals sehr farbintensiven Objekte von Birgit Zinner wurden mit einer Ausnahme nur schwarze Objekte ausgewählt, die über einen besonders stark graphisch ausge­richteten Charakter verfügen. Die Linien der ausgeschnittenen Hartfaserplatten führen in ihrer Verzweigtheit immer wieder in einen scheinbar endlosen Kreislauf, der dennoch jeweils zu einer neuen Außenkontur findet.

Mit seiner Serie Mazzocchio hat Roman Pfeffer modularen Körpern, die durch die geometrische Grundform einem mathematischen Raster unterliegen, Beweglichkeit verliehen. Die monochrom gehaltenen Objekte führen ein fast schon
organisches Eigenleben. Ihre raumgreifenden Volumina, die sich ebenso durch Abgrenzung einer Fläche wie auch Leerstellen definieren, sind expressive Zeichensetzungen im Raum.

Als Abstraktion von Figuration scheinen die Metall-Körper von Joannis Avramidis pars pro toto den Menschen zu repräsentieren, der aus dem Kontext genommen, verstärkt durch die formale Segmentierung, partikular für sich steht. Jede Entität trägt in ihrem Aufbau durch eine Verdoppelung Öffnung und Varietät in sich, verliert dabei jedoch nicht ihre geschlossene Spannung.

In nuancenreicher Konsequenz wandelt Uwe Hauenfels den Begriff des Schwingens als Bogen und seiner Überschneidungen in unterschiedlichen Werkstoffen ab. Mit dem bewussten Einsatz von Farbe werden die Raumzeichnungen ihrer eigentlichen Materialität enthoben. Linien entfalten sich, lösen sich und berühren einander. Schatten bilden Formen ab und werden zum Teil des Ganzen.

Leicht und dynamisch, für sich alleine stehend und dennoch in Kommunikation mit anderen Elementen, entwickeln die Positionen unter einander ebenso wie innerhalb der Kompositionen von Christine de Pauli ein selbstverständliches Forum, in dem die Geste subtil Zeichen setzt.

 

:: Rahmenprogramm ::
:: GEPLANTE TERMINE ::

19/3/2020, 18–22 Uhr,
Apero
Frühlingserwachen der Klagenfurter Galerien und Museen

21/3/2020, 11 Uhr
KuratorInnenführung

4/4/2020, 11–13 Uhr
HAUSGESPRÄCH

18/4/2020, 11–13 Uhr
Literaturfrühstück




Kleine Galerie

BIRGIT PLESCHBERGER
life lines

Die Arbeiten der Serie life lines sind sehr filigrane Scherenschnitte. Die entstehenden „Linien“ wirken
aus kleiner Entfernung fast wie Fäden, sind aber aus einem einzelnen Blatt Papier mit Cutter heraus geschnitten. Die in einem Prozeß - der einerseits intuitiv und spontan, andererseits aber auch bewußt überlegt und konzipiert ist - entstehenden Linien entwicklen ihre eigene Dynamik. Es geht um Rhythmus, das Ineinandergreifen und sich gegenseitig Beeinflussen von Energien, um Verstecktes und Sichtbare; und um Zeit.

Deswegen tragen die weiter entstehenden Arbeiten dazu auch den Titel life lines – 23 (34, 45 …) hours of my life. Der Titel gibt jeweils die genaue Anzahl der Stunden „reine Arbeitszeit/Lebenszeit“ an, die ich für die Ausführung des Scherenschnitts verwendet habe. Durch das Eintauchen in das Bild der verwebten Fäden, wird dem Betrachter vielleicht ein Blick in eine raum- und zeitlose Welt eröffnet, die in paradoxem Gegensatz zum Titel zu stehen scheinen.


 

 

Fotos: © Martin Rauchenwald

 


Gunter Damisch, Knochenweltballung I, 2012
Aluminium vernickelt, 72 x 61 x 54 cm


Birgit Zinner, Bohnenkaffee, (aus der Serie: Schwarze Arbeiten/
Vademecum China/Getränke
), 2009
Hartfaser beschichtet, geschnitten, Dübel gekohlt, 74 x 56 cm

 


Roman Pfeffer, Mazzocchio twisted XII, 2016
MDF, Pigmente, Öl, 166 x 33 x 35 cm

Joannis Avramidis
Joannis Avramidis, Kleine Figur I, 1967
Aluminium massiv, Kaltarbeit, Unikat
Höhe 61,3 cm


Uwe Hauenfels, Raumzeichnung, 2005
Stahl lackiert, 175 x 156 x 41 cm

 

Christine de Pauli, Ohne Titel, 2015/16
Eitempera auf Leinwand, 140 x 100 cm