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14. September – 2. November 2018

Nahtstellen
Künstliche Intelligenz und künstlerische Intelligenz
und die Suche nach dem „Human-in-the-loop“

Gruppe haptic (G.S. Sedlak | Günter Jost) Holzinger Group, Roman Lipski, Künstlerkollektiv YQP, Jana Maria Köder

Vernissage
Donnerstag 13. September 2018, 19:00

Begrüssung — pozdravni nagovor
Gilbert Isep, Präsident / predsednik

Einführende Worte — uvod
Kuratoren und Künstler der Ausstellung

Performance — izvedba
Im Rahmen der Ausstellung „Nahtstellen“ lädt Jana Maria Köder in ihrer Aktion Narbung zu einer sinnlichen Begegnung unter den Tisch ein. 
Welche Erinnerungen stecken hinter einer Narbe, welche Erfahrungen verbinden sich damit und verbinden schließlich uns? 
Dort, im versteckten Raum werden diese Erinnerungen plastisch und wandern als sichtbare Eingriffe in einen skulpturalen Körper, der aus dieser Situation heraus entsteht, weiter wirkt und erzählt.
Die Performance findet während der Vernissage und zusätzlich am Samstag, 15.9 ab 10 Uhr in kurzen Intervallen statt.

RAHMENPROGRAMM

11. Oktober, 18:00 Uhr — Kuratorenführung
Kurator Günter Jost (haptic) führt durch die Ausstellung.

13. Oktober, 11 - 13 Uhr — Literaturfrühstück
Hier treffen Schriftsteller*innen und bildende Künstler*innen zu einem spartenübergreifenden Dialog in der Ausstellung zusammen. 



The human in the loop.

Die Künstliche Intelligenz ist das beherrschende Thema unserer Zeit. Künstliche neuronale Netzwerke werden entwickelt, die die Welt fundamental verändern. Big Data und Deep Learning sind die zentralen Begriffe einer neuen Religion: des Dataismus. Dabei wird der Mensch als biochemischer Algorithmus interpretiert und mit elektronischen Algorithmen konfrontiert. Fast alle Bereiche unserer Gesellschaft sind davon erfasst, von der Wirtschaft über die Medizin bis zum Alltag.

Wie steht es nun um die Kunst in diesem Zusammenhang? Wo befi nden sich die Nahtstellen zwischen dem neuronalen Netzwerk des Künstlers und dem künstlich neuronalen Netzwerk der Künstlichen Intelligenz?
Werden Algorithmen die Künstler ersetzen oder als intelligentes Werkzeug im kreativen Prozess eingesetzt?
Mit diesen Fragen setzt sich diese Ausstellung in unterschiedlichen, teils kontroversen Positionen auseinander.

Roman Lipski tritt mit seiner zusammen mit dem Künstlerkollektiv YQP entwickelten artifi ziellen Muse A.I.R. (Artifi cial Intelligence Roman) in einen Dialog und nutzt die Ressourcen einer künstlichen Intelligenz „kreativ für die Eröffnung noch unbeschrittener künstlerischer Richtungen. Der Maler demonstriert nicht nur, welche Wege durch den Umgang mit neuen Technologien möglich sind, sondern entdeckt auch für sich neue Möglichkeiten, den individuellen Stil und das eigene Potential weiterzuentwickeln.“ (Christina Hooge)

Eine konträre Position zum Thema nimmt die Gruppe haptic ein. G.S. Sedlak und Günter Jost arbeiten im Dialog und gehen den Fragen nach Netzwerken und Vernetzungen nach. Menschliche Er fahrung, Erinnerung und das Unbewusste werden als kreative Information in Strukturen überführt, die sich wie Sedimente in Überlagerungen und Überschneidungen manifestieren. Wie in einem neuronalen Netzwerk werden dabei Verknüpfungen sichtbar und (haptisch) erfahrbar.

Jana Maria Köder lädt in ihrer Performance zum Dialog „unter dem Tisch“ ein. Die authentische Begegnung wird zur Nahtstelle zwischen den Erfahrungen des Seins (in Form von Narben) und deren Transformation in eine textile Skulptur.

Günter Jost

 

– Lass den Computer machen was er gut kann – lass den Menschen machen was er gut kann.
– Human-and-Computer: both together powerful beyond imagination.
– Algorithmen sind dumm.
– Ich hab keine Angst vor künstlicher Intelligenz – aber Angst vor natürlicher Dummheit (Andreas Holzinger)
– Deep Learning – Deep Black Box
– Open the Black Box (Holzinger Group)
– Gehirn: Was wir nicht selbst
bauen können, können wir auch nicht verstehen (Richard Feynman)
– The real problem is not whether machines think but whether men do. (Burrhus Frederick Skinner)
– Ein Kind kann erklären warum eine
Katze eine Katze ist – Deep Learning kann das nicht.
– Unser Ziel ist nicht humanoide AI – unser Ziel ist human-level AI (Andreas Holzinger)
– Die besten Algorithmen verstehen wir am wenigsten.
– Wie können Menschen von so little data so viel generalisieren (Josh Tenenbaum)
– Computers are incredibly fast, accurate and stupid, humans are incredibly slow, inaccurate, and brilliant, together they are powerful beyond imagination (Einstein hat das niemals gesagt)
– Why did it make this decision (Lee Sedol zur KI)
– Keine KI dieses Planeten kann einen Witz verstehen
– Verstehen – das kann (derzeit) nur ein Mensch.
– “I visualize a time when we will be to robots what dogs are to humans, and I’m rooting for the machines.” Claude Shannon (1950!)

Die wirkliche Frage ist nicht, ob Maschinen denken können, sondern ob Menschen es tun. (B.F. Skinner)

Wer mit künstlicher Intelligenz arbeitet, muss auch mit natürlicher Dummheit rechnen. (Klaus Kornwachs)

Ich fürchte, dass die künstliche Intelligenz den Menschen insgesamt ersetzen könnte. Wenn Menschen Computerviren entwerfen, wird jemand eine künstliche Intelligenz entwerfen, die sich selbst verbessert und vermehrt. Das wird eine neue Lebensform sein, die den Menschen überragt. (Stephen Hawking)

Können Computer wirklich alles besser als wir? Werden uns die Roboter in Zukunft gar die Jobs wegnehmen? Oder können wir im digitalen Zeitalter unsere Individualität, unsere Kreativität und den persönlichen Umgang miteinander sogar noch ausbauen, stärken, verbessern? (Karin Lange)

Andreas Holzinger




Kleine Galerie

Vier Augen - Four Eyes - DÖrt GÖz
StreifzÜge mit Zeichnung und Fotografie

Der Zeichner Tan Cemal Genç aus der Türkei und die Schweizer Fotografin Linda Herzog erzählen mit ihren Bildern Geschichten aus dem urbanen Leben. Nicht das Thema bildet den Rahmen für die Ausstellung «Vier Augen», sondern die Art und Weise, wie die beiden Künstler ihre Gedanken und Gefühle bildlich zusammenfügen. Gleichzeitig bringt das Duo unterschiedliche Lebensrealitäten und Standpunkte zum Ausdruck. Dadurch veranschaulichen sie die medialen Ähnlichkeiten und Kontraste zwischen Zeichnung und Fotografie.

Linda Herzog fotografiert seit über 20 Jahren. Sie studierte Bildende Kunst sowie Kunstvermittlung. (www.grad.ch)

Tan Cemal Genç lebt in der “Megacity” Istanbul. Diese alte und chaotische Stadt ist ein untrennbarer Teil seiner rhythmischen Einstrich-Zeichnungen. Istanbul ist ebenfalls die Textur seiner Animationen. (tancemalgenc.blogspot.com)

Programmpunkt:

Klagenfurt durch eine andere Optik
Interaktive Stattour
 
Freitag, 13. September ab 18 Uhr
Treffpunkt Künstlerhaus

Zusammen mit Linda Herzog unternehmen die TeilnehmerInnen eine Tour durch das nahe Klagenfurt, um neue Facetten des Altbekannten zu entdecken. Tan Cemal Genç zeichnet das Geschehen (auf).

Dauer: 45 bis 90 Min., eigene Fotokameras oder Mobiltelefone sind erwünscht.

 

 


 


Gruppe haptic (G.S. Sedlak / Günter Jost), Holzinger Group, Headroom, 1998, Negativfolie vernäht, 62 x 62 cm
Foto: Gabriela Jost


Gruppe haptic (G.S. Sedlak / Günter Jost), Holzinger Group, Geteilte Vernetzung, 1993, Mischtechnik, 180 x 130 cm
Foto: Gabriela Jost


Gruppe haptic (G.S. Sedlak / Günter Jost), Holzinger Group, Brooklyn, 1999, Fotocollage vernäht, 74 x 77 cm
Foto: Gabriela Jost


Roman Lipski, Künstlerkollektiv YQP, Ohne Titel, 2018, Acryl auf Leinwand, 150  200 cm
Foto: Hans Georg Gaul


Roman Lipski, Künstlerkollektiv YQP, Ohne Titel, 2018, Acryl auf Leinwand, 150  200 cm
Foto: Hans Georg Gaul


Jana Maria Köder, Mood zur Performance
NarbenKö rper

Foto: Jana Maria Köder


Jana Maria Köder, Mood zur Performance
NarbenKö rper

Foto: Jana Maria Köder


Performance Bodyless entities, Galerie KUB, Leipzig
Fotos: Josephine Tietze


Performance Bodyless entities, Galerie KUB, Leipzig
Fotos: Josephine Tietze


digital city, Tan Cemal Genç


Istanbul, 2006, Linda Herzog