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10. 9. bis 1. 10. 2005

KIKI KOGELNIK
Happy Birthday

Kunst kommt von künstlich
„I am not interested in reproducing nature,
I once said art comes from artificial.“
Kiki Kogelnik (1979)

Abstrakte Zeichnungen
„My family was not involved with art. I started to draw
when I was sixteen or seventeen. I never thought
I was good enough to go to the academy.
A friend, who was a professor, told me to apply ...“
Kiki Kogelnik (1979)

Space Art
„I am very avantgarde and I think Space Art is
the coming thing. It is neither Pop nor Op Art,
very definitely. I see great beauty in space,
in a jet plane, in missiles. It’s coming, it’s coming.“
Kiki Kogelnik (1965)

Women
„My world is one of illusions. It’s like when you look
through fashion magazines and you wish you could
be like and look like them. But you know it’s an illusion.“
Kiki Kogelnik (1973)

Expansions
„Each work of mine contains a spiritual element,
which may not necessarily be immediately apparent ...
I still cannot define it, but I hope you’ll find it in my work.“
Kiki Kogelnik (1996)

Heads & Faces
„Die Köpfe kommen von meiner Arbeit von 40 Jahren.
Von meinen Hangings, das hat sich alles irgendwie geteilt,
und zum Schluß sind nur mehr die Köpfe übrig geblieben.
Es ist nicht so, daß das einfach so von einem auf den
anderen Tag kommt ...
Man könnte auch Cezanne fragen, warum er
ausgerechnet Äpfel gemalt hat. Das ist sehr komplizert
in Wirklichkeit. Aber man kann sagen: In meiner Arbeit
war der Mensch immer ein wichtiger Teil.“
Kiki Kogelnik (1996)

Zur Ausstellung

Dem Werk der österreichischen Künstlerin Kiki Kogelnik (1935 – 1997) ist vom 9. September bis 1. Oktober 2005 im Künstlerhaus Klagenfurt eine Personale gewidmet.

Seit Anfang der 60er Jahre lebte und arbeitete Kiki Kogelnik in New York, Wien und in ihrer Kärntner Heimatstadt Bleiburg. Im Spannungsfeld zwischen New Yorker Kunstszene, europäischer Tradition und österreichischer Herkunft entstand ein umfangreiches Werk, das neben Malerei, Graphik und Skulptur auch Objekte und Installationen im öffentlichen Raum umfaßt.

Ausgehend von den noch in Wien entstandenen abstrakten Frühwerken konzentriert sich die Präsentation auf malerische Hauptwerke der sechziger bis neunziger Jahre, in denen auch Einflüße der Pop Art anklingen. Einen Schwerpunkt der an die sechzig Exponate umfassenden Schau bilden großformatige Bilder der sechziger Jahre, die als „Space Art“ einen bisher wenig bekannten Aspekt im Œuvre Kiki Kogelniks thematisieren. Ergänzend zum malerischen Werk werden Beispiele ihres grafischen und skulpturalen Schaffens vorgestellt.

Kiki Kogelniks abstrakte Werke der Wiener Akademiezeit ab 1955 bis zu ihrem Weggang nach New York bilden den ersten markanten Werkabschnitt ihres umfangreichen Œuvres. In deutlicher Distanzierung zur Akademie ist diese Werkphase geprägt durch Stileinflüße der „Ecole de Paris“ und des amerikanischen Expressionismus, die sie durch ihre Studienreisen und den Umkreis der Galerie St. Stephan kennengelernt hat.

Um sich in New York vom Abstrakten Expressionismus abzusetzen, wendet sich Kiki Kogelnik einer figurativen Bildsprache zu. 1962 entwickelt die Künstlerin ein Cut-out Verfahren, das grundlegendes Prinzip ihres gesamtgestalterischen Konzepts bleiben sollte. Durch Ausschneiden der Körperkonturen ihrer Künstlerfreunde, darunter Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg oder Sam Francis, erhält sie lebensgroße Formen aus Packpapier, die sie als Schablonen für ihre Bilder verwendet. Auf Warenhausständern en masse aufgereiht werden diese zweidimensionalen „Porträts“ zu eigenständigen Skulpturen aus Vinyl, den „Hangings“.

Großformatige Frauenbilder entstehen in den siebziger Jahren, die in ihrer coolen Pop Ästhetik die stärkste Annäherung an die amerikanische Pop Art erkennen lassen. Die Frauen werden in typisierten Posen der Stars und Models aus den Medien der Modejournale inszeniert. Kiki Kogelnik spielt damit auf brüchig gewordene Codes der Modeindustrie an und nimmt eine humorvoll-ironische Haltung zu tradierten Schönheitsidealen und Köperbildern ein.

Menschliche Figuren, zerstückelt in Kopf und Gliedmaßen, füllen die Bildräume der achtziger und neunziger Jahre, die nun auch vermehrt mit Alltagsgegenständen, Zeichen und Symbolen angereichert werden. Durch die zunehmende Stilisierung und Fragmentierung der Formen und die Anordnung in einem reinen Flächendekor übersetzen ihre Werke die sichtbare Wirklichkeit endgültig in eine Art Zeichensprache. Ende der achtziger Jahre kommt es in der Werkgruppe der „Expansions“ zur Erweiterung der Malerei in den Raum. Typische Kogelniksche Symbole wie fragmentierte Masken, Knochen oder ungegenständliche Zeichen aus Keramik sprengen den Rand der Leinwand und verleihen den Gemälden eine expressive Note.

Die langjährige Auseinandersetzung mit der Thematik des Kopfes findet in den Gemälden und Keramiken der neunziger Jahre einen eindrucksvollen Schlußpunkt.
In ironisch - kritischer Auseinandersetzung mit Impulsen der internationalen Kunstszene und ihrer persönlichen Lebenswelt fand Kiki Kogelnik zu einer eigenständigen Motivik und unverwechselbaren Bildsprache. Eine Fotodokumentation vermittelt Einblicke in die Biographie und unterstreicht das Bild einer faszinierenden Künstlerin von großer Kreativität und Originalität.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Kiki Kogelnik Foundation.

Dr. Karin Dornbach, Kiki Kogelnik Foundation
Wien – New York, 2004

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