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17. Oktober – 13. November 2014

BOGDAN BORČIĆ
PETER KRAWAGNA
JOSEF TICHY

Vernissage: 16. Oktober 2014, 19 h

Begrüssung
DI Eckhard Küttler
Präsident

Bildungsarbeit mit Schulen u.a.:
TEAM BINGO

Bogdan Borčič
1926-2014
Schon als Kind hat Bogdan Borčič begeistert gezeichnet, während des 2. Weltkrieges wurde er wegen seiner antifaschistischen Flugblätter verhaftet und nach Dachau gebracht, wo er gemeinsam mit Zoran Music inhaftiert war. Aus dieser Zeit stammen Illustrationen und auch in seinen späteren Arbeiten, sowohl in der Grafik als auch in der Malerei,  nimmt er Bezug auf diese traumatische Zeit. Allerdings spricht er nicht gerne darüber, seine Art der Erinnerung und Bewältigung ist die Bildsprache in den Medien Malerei, Grafik und Objektkunst.
In den 60er und 70er Jahren entwickelte sich die Grafik im damaligen Jugoslawien, im speziellen in Slowenien, zur Königsdisziplin. 1955 wurde die Grafik Biennale von Ljubljana gegründet, wo die aktuellen Trends der Grafik weltweit präsent waren. Es nahmen nicht nur Künstler aus der ganzen Welt an den Biennalen teil, in der Folge öffnete die Biennale  den slowenischen Künstlern das Tor zur Welt, viele internationale Kontakte entstanden.
Das kontinuierliche Schaffen sowohl in der Grafik als auch in der Malerei reiht Bogdan Borčić unter die vitalsten und vielseitigsten Künstler Sloweniens, die sich der Erforschung und Realisierung bildnerischen Denkens am Rand einer noch möglichen malerischen Praxis im klassischen Sinn verschrieben haben.

Peter Krawagna
1937 in Klagenfurt/Kärnten geboren
… „Seine Arbeiten entstehen schnell, aber sie besitzen nichts Kalligraphisches, verwandeln die Wirklichkeit nicht in Zeichen wie auf den Bildern von Julius Bissier … Jedes Bild ist, obzwar im Kontext einer fortlaufenden Reihe entstanden, eine Individualität für sich. Bedeutung und Funktion der dargestellten Gegenstände interessieren ihn nicht. Kopf, Heuhaufen oder Liftbügel sind gleichwertig und können für ihn Vorwand wie Thema sein. Auch haben die Motive in Afrika, in Bali oder Senegal, keinen exotischen Mehrwert; was ihn fasziniert, ist nicht das Topographische oder Exotische – er ist so wenig ein Reisemaler, wie es Klee gewesen ist. Was ihn motiviert hat, ist das Erlebnis von Licht und Farbe.
Peter Weiermair

JOSEF TICHY
1922 –2011
… „Bekannt und berühmt wurde Josef Tichy vor allem auf dem Gebiet der Farbgrafik und Kaltnadelradierung. Zahlreiche Preise im In- und Ausland zeugen von der Qualität seiner Werke. Doch die Liebe zur Malerei ließ den Künstler nie los und daher gehörten das Aquarellieren und die Ölmalerei ebenfalls zu seinem Repertoire. Überdies gestaltete Josef Tichy einige Mosaike und Glasfenster (evangelischen Heilandskirche in Pörtschach, Friedhof Aufbahrungshalle) und versuchte sich auch auf dem Gebiet der Bildhauerei (Künstlersymposien in Hermagor).
Dr. Barbara Wagner-Tichy

Kleine Galerie

MICHAELA HOFMANN-GÖTTLICHER
Arbeiten aus Papier

Ganz dem textilen Bildgedanken verpflichtet, erarbeitet sich Michaela Hofmann-Göttlicher seit nunmehr über zwanzig Jahren ihr ureigenes Formenrepertoire. Mit großer Konsequenz und ebenso diszipliniertem Einsatz von Werkzeug und Material wird aus Wiederholung Entwicklung. Ausgerüstet mit einem sicheren Empfinden für Idee und Form entstehen zarte und filigrane Objekte, die aber einen spürbaren Willen zur Behauptung in sich tragen. In praktischer künstlerischer Evolution werden Papier und Pappe, bedruckte Landkarten oder diverse andere Printerzeugnisse, werden also die unterschiedlichsten Materialien mit einfachsten Mitteln zu einer neuen Haut verdichtet: mit Schere und Leim werden Schuppen aneinander geheftet, Membranen geschichtet, werden Rau und Glatt zueinander gefügt. Das ist jedoch kein auf das Äußere beschränkter Vorgang, seine übergeordnete Dimension erfährt er durch die Tiefe der entstehenden Details. Gleichmäßig ja, nie aber steril. Das textile Moment behauptet sich und will verführen, denn in der Suggestion liegt auch hier die ganze Kraft.

Eine Bemerkung von Peter Lillie, der den künstlerischen Weg von Michaela Hofmann-Göttlicher seit vielen Jahren im Blick hat, unterstreicht treffend den Charakter ihrer Werke: “Michaela Hofmann-Göttlicher zeigt uns, dass Singularität wie auch Monumentalität immer eine Frage des Maßstabs ist. Man kann reduzieren ohne Inhalt zu verlieren – und mit den kleinsten Hinweisen Großes vermitteln.“ …

Matthias Seidel